Nebenberuflich selbstständig

Wann bin ich nebenbei selbstständig?

 

Nebenberuflich selbstständig sein heißt einen Hauptberuf zu haben z.B als Angestellter. Du kannst als Vollzeit Student, Soldat, Beamter oder arbeitslos sein und eine nebenberufliche Selbstständigkeit aufbauen.

 

Es gibt aber einige Dinge, die du beachten solltest



  1. Aus Sicht der Arbeitszeit bist du nebenberuflich selbstständig bei weniger als 18 – 20 Stunden Zeitinvestition in der Woche.

  2. Wer regelmäßig selbständig tätig ist, muss das gemäß § 14 GewO beim Gewerbeamt anmelden. Egal, ob haupt- oder nebenberuflich. Die Anmeldung erfolgt beim Gewerbeamt bzw. der Gewerbemeldestelle deiner zuständigen Gemeinde- oder Stadtverwaltung. Dabei musst du die Nebentätigkeit, die du ausüben wirst, näher benennen und eine Anmeldegebühr von 10 Euro bis 40 Euro zahlen. Dafür leitet das Gewerbeamt deine Anmeldung dann auch an Finanzamt und Berufsgenossenschaft weiter.

  3. Das Einkommen aus der nebenberuflichen Selbstständigkeit darf nicht dein Einkommen aus der Haupttätigkeit übersteigen. Bei Studenten und Arbeitslosen gibt es Ausnahmen, auf die ich später eingehe. Der Grund für diese Regelung ist, dass aus Sicht der Ämter und Sozialversicherungsträgern dein Arbeitsmittelpunkt bestimmt werden soll und hierfür Sozialversicherungsabgaben fällig werden. Einnahmen aus der nebenberuflichen Selbstständigkeit werden grundsätzlich nicht mit Sozialabgaben belastet.

  4. Überprüfe die Kleinunternehmerreglung, je nachdem was du vor hast. Ich selbst bin als Kleinunternehmer gestartet. Anspruch auf die Sonderregelung für Kleinunternehmer hat insbesondere derjenige, der im Jahr der Gründung voraussichtlich einen Umsatz von nicht mehr als 17.500 Euro brutto erwirtschaftet und im zweiten Jahr 50000 €. Diese Grenze bezieht sich immer auf ein ganzes Jahr. Heißt: Startest du dein Business im November 2017, darfst du bis November 2018 die 17.500 € nicht überschreiten.

  5. Informiere deinen Arbeitgeber. Nach dem Grundgesetz hat jeder Deutsche das Recht auf freie Berufswahl. Grundsätzlich steht es dir demnach frei, zusätzlich zu deinem Hauptjob noch weitere Tätigkeiten aufzunehmen. Eigentlich brauchst du deshalb als nebenberuflich Selbständiger keine Erlaubnis vom Arbeitgeber. Laut Gesetz hast du keine Meldepflicht, aber ich würde es melden.

    Wichtig ist, dass

    • die Nebentätigkeit deine Leistung im Hauptjob nicht negativ beeinträchtigt, z.B. du arbeitest als Türsteher in der Disco und kommst total platt zur Arbeit,

    • du deinem Arbeitgeber mit deiner Nebentätigkeit keine Konkurrenz machst, z.B du arbeitest für 2 verschiedene Friseure,

    • du dem Ansehen deines Arbeitgebers damit nicht in irgendeiner Form schadest,

    • deine regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit die „Normalarbeitszeit“ (Hauptberuf) um nicht mehr als 20% überschreitet,

    • Krankheit oder Urlaub nicht dazu genutzt werden, im Nebenjob durchzustarten und

    • du Haupt- und Nebenjob klar trennst.

      Erfüllst du die oben genannten Kriterien nicht, musst du deinen Arbeitgeber nicht über deine Nebentätigkeit informieren. Den Chef freiwillig dennoch zu informieren, kann sich aber als sinnvoll erweisen. Transparenz schafft in diesem Fall Akzeptanz und Vertrauen.

      Steuern:

      Zum Thema Steuern habe ich hier einen Blog geschrieben.

  6. Wieviel darf ich hinzu verdienen?

Die gute Nachricht: Wer als Arbeitnehmer neben seinem Hauptberuf eine Selbstständigkeit gründet, hat keine Verdienstgrenzen. Ebenso sieht es bei 450 Euro – Jobbern aus. Ganz anders hingegen bei Empfängern von ALG 1 bzw. ALG 2 oder Studenten. Während ALG 1 – Empfänger eine Hinzuverdienstgrenze von 165 Euro pro Monat beachten müssen, sind es bei ALG 2 – Empfängern 100 Euro pro Monat und bei Studenten, die BAföG erhalten, 400 Euro pro Monat.

Wenn du diese Dinge beachtest, kann dir rechtlich erstmal nichts passieren.

 

Was sind die Vorteile einer nebenberuflichen Selbstständigkeit und einer Hauptberuflichen?

Du hast aus meiner Sicht ein geringes Risiko, wenn du z.B im Affiliate-Marketing startest, wo du zwar viel Zeit investierst aber so gut wie keine Ausgaben hast. Entweder es klappt, oder es klappt nicht. Auf jeden Fall solltest du erstmal nicht deinen Hauptjob kündigen. Wenn dein Einkommen regelmäßig doppelt so hoch ist wie dein normales Angestelltengehalt, würde ich erst drüber nachdenken.

Also probiere es einfach aus! Ich wünsche dir viel Erfolg!

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